Allgemeine Richtlinien

Die Universität Göttingen versteht sich als eine Forschungsuniversität mit Schwerpunkten in der forschungsbasierten Lehre und zeichnet sich durch eine große Fächervielfalt – insbesondere in den Geisteswissenschaften – aus. Die Universität sieht es als ihre wichtigste Aufgabe an, diese Vielfalt ihrer Fächer in interdisziplinärer und internationaler Vernetzung zu bewahren, ihre Fächer in einem forschungsfördernden Umfeld an die Spitze der internationalen Forschung heranzuführen und damit die Basis für hervorragende Lehre und Ausbildung zu sichern.

Die beste Gelegenheit, exzellenten Forschungsnachwuchs zu erkennen, zu interessieren und zu binden, besteht aus Sicht der Universität in forschungsorientierter Lehre. Die grundständigen Studiengänge bereiten auf forschungsorientierte weiterführende Studiengänge vor und enthalten zugleich auch berufsorientierte Elemente, indem in allen Bachelorstudiengängen in der Regel neben dem fachwissenschaftlich vertiefenden auch ein berufsfeldbezogenes Profil angeboten wird.

Der Forschungsbezug wird bereits im grundständigen Studienangebot durch die Beteiligung der besten Wissenschaftler*innen in Göttingen an der grundständigen Lehre gesichert und unter anderem durch ein Projekt „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“, in dem Bachelor-Studierende in kleinen Teams zusammen mit Lehrenden ein eigenständiges Forschungsprojekt bearbeiten, unterstützt.

Die weiterführenden Master-Studiengänge sind in der Regel durch eine ausgeprägte Forschungsorientierung und gelegentlich durch eine enge Verzahnung mit Promotionsstudiengängen gekennzeichnet. In diesen Programmen sollen die Auswahlverfahren gewährleisten, dass wissenschaftlich hoch motivierte und sozial kompetente in- und ausländische Studierende ausgewählt werden. Der Forschungsakzent in diesen Programmen wird durch die Einbindung außeruniversitärer Forscher*innen in die Lehre noch unterstrichen.

In ihrer Grundordnung (PDF; 348 KB) verpflichtet sich die Universität darüber hinaus, die Studierenden zu verantwortlichem Handeln in den Wissenschaften wie in allen Bereichen des kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens zu befähigen. Dazu bietet sie ihnen zum einen viele Möglichkeiten der Partizipation an der studentischen und akademischen Selbstverwaltung, insbesondere in den dezentralen und zentralen Gremien. Darüber hinaus baut die Universität aber auch ihr Angebot an Möglichkeiten zur entsprechenden Kompetenzentwicklung aus. So wird zum einen durch ein zunehmendes Angebot an Interdisziplinarität und Wahlfreiheit die Entwicklung von Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit gefördert, zum anderen bieten die Studiengänge vermehrt Möglichkeiten, auch gesellschaftliches Engagement und Gremientätigkeit im Rahmen speziell bereitgestellter Module in das Curriculum einzubinden. Ergänzend wird ein wachsendes Angebot entsprechend ausgestalteter Schlüsselkompetenzmodule zur Verfügung gestellt.

Die Bachelor- und Master-Studiengänge entsprechen strukturell den Anforderungen des Qualifikationsrahmens für deutsche Hochschulabschlüsse sowie den ländergemeinsamen beziehungsweise landesspezifischen Strukturvorgaben, hinsichtlich der für das Lehramt an Gymnasien qualifizierenden Studiengänge und Teilstudiengänge insbesondere auch den Bestimmungen der Verordnung über Masterabschlüsse für Lehrämter in Niedersachsen.

Entsprechend dem Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse bauen die Studiengänge je nach Qualifikationsstufe auf dem Niveau der Hochschulzugangsberechtigung beziehungsweise eines erfolgreich absolvierten fachlich einschlägigen Bachelorstudiums auf.

Die Universität Göttingen legt Wert darauf, ihren Studierenden bereits innerhalb der Bachelor-Studiengänge Lehre und Lernbedingungen anzubieten, die über das übliche Maß hinaus durch Nähe zum Forschungsalltag geprägt sind. Aus Mitteln des Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre sowie aus Studienqualitätsmitteln werden in diesem Sinne unter anderem auch konkret forschungsbezogene Lehr-Lern-Projekte für Studierende in grundständigen Studiengängen ermöglicht beziehungsweise unterstützt.

Die Universität Göttingen baut derzeit den Bereich des Service Learning aus. Ziel des Service Learning ist die Verbindung akademischen Lernens mit bürgerschaftlichem Engagement in Form einer Dienst- oder Serviceleistung für gemeinnützige Einrichtungen. Dabei leisten die Studierenden einen nützlichen Beitrag zur Verbesserung zivilgesellschaftlicher Aufgabenstellungen und Probleme und erhalten gleichzeitig durch anwendungsorientiertes Lernen die Möglichkeit, unterschiedlichste Kompetenzen zu schulen. Studierende, Lehrende und Forschende sollen beim Ser vice Learning ihr fachliches Wissen auf konkrete gesellschaftliche Fragen und Probleme anwenden, durch eine begleitende Reflexion fortlaufend überprüfen und neues erfahrungsbasiertes Wissen generieren. Im Service Learning ergänzen sich fachorientierte sowie fächerübergreifende und schlüsselkompetenzorientierte Lehransätze. Fachliche, methodische, soziale und personale Kompetenzen werden durch besondere Lernerfahrungen im Praxiskontext gestärkt und ziviles Verantwortungsbewusstsein unterstützt. Durch den Ausbau von Service Learning-Angeboten kann in Studium, Lehre und Forschung aufgezeigt werden, welch wertvolle Anregungen und Erfahrungen Studierende durch die gesellschaftlich relevante Mitgestaltung im Rahmen ehrenamtlichen Engagements in Verbindung mit wissenschaftlicher Begleitung sammeln können. Die Universität Göttingen möchte die Engagementförderung in Lehre und Studium etablieren und hat zu diesem Zweck eine Handreichung erstellt sowie ein uniweites Netzwerk zum Austausch relevanter Akteure eingerichtet. Derzeit werden neue Unterstützungsangebote für die Durchführung von Service Learning Veranstaltungen entwickelt, um deren Entwicklung weiter voranzutreiben.

zuletzt geändert: 20.03.2019 13:04