Grundzüge der Modularisierung und des Leistungspunktesystems

Gemäß den Strukturvorgaben für gestufte Studienprogramme sind alle Bachelor- und Master-Studiengänge der Universität Göttingen vollständig modularisiert und mit einem Anrechnungspunktesystem versehen; es wird hierzu auf das European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) zurückgegriffen. Ein Anrechnungspunkt (Credit, abgekürzt C) entspricht einer durchschnittlichen studentischen Arbeitsbelastung von 30 Stunden.

Die Modulgrößen bewegen sich insgesamt zwischen zwei Credits und 30 Credits, in der Regel aber zwischen sechs C und 12 C. Die Universität hatte sich zu Beginn der Umstellung bewusst gegen ein einheitliches Modell (zum Beispiel alle Module sechs C) entschieden, so dass sich Modulgrößen vorwiegend nach den realistischen Umfängen einzelner Inhaltsgebiete richten können und nicht umgekehrt. Nichtsdestotrotz haben einzelne Fakultäten in ihren Studiengängen einheitliche Modelle mit Modulgrößen von in der Regel sechs C und 12 C umgesetzt. In der Praxis sind auch im Nebeneinander verschiedener Systeme, die im Falle der zahlreichen vorhandenen Lehrim- und exporte, aber auch im Kontext etwa des Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengangs immer wieder aufeinandertreffen, kaum beachtliche Probleme entstanden.

Dies hängt auch damit zusammen, dass insbesondere im Bereich der Schlüsselkompetenzen Module auch in kleineren Umfängen (drei C, vier C, in seltenen Einzelfällen auch zwei C) angeboten werden, die insoweit flexible Studienverläufe zu gewährleisten helfen.

Die Module fassen thematisch und zeitlich abgerundete, in sich geschlossene Einheiten zusammen und beinhalten in der Regel mindestens zwei verschiedene Veranstaltungen und eine das Modul abschließende Modulprüfung. Soweit diese aus mehreren Teilprüfungen zusammengesetzt ist, beruht dies auf besonderen didaktischen Erwägungen. Die Prüfungsleistungen der Module variieren innerhalb eines Studienganges; es werden sowohl schriftliche (Klausuren, Hausarbeiten, Essays und ähnliches) als auch mündliche (Referate, mündliche Prüfungen und ähnliches) Prüfungsleistungen absolviert; hinzu treten zahlreiche fachspezifischen Prüfungsleistungen. Jedes Modul kann innerhalb eines Jahres, die meisten innerhalb eines Semesters abgeschlossen werden. Seit der Novelle der ländergemeinsamen Strukturvorgaben im Jahr 2010 sind zahlreiche Studiengänge gerade mit Blick auf Prüfungsbelastung überarbeitet worden; jene konnte dabei teils deutlich reduziert werden. Sie liegt nunmehr bei circa drei bis fünf Prüfungen je Semester und Studiengang.

Studentischer Workload

Die Workloadberechnung wird für alle Studiengänge im Rahmen der studentischen Lehrveranstaltungsevaluation in jedem Semester überprüft. Die Fakultäten, Departments, Seminare und Institute führen daneben teils eigene Evaluationen durch. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse werden immer wieder Neubewertungen einzelner Module vorgenommen. Insgesamt haben sich die bei der Studiengangentwicklung vorgenommenen Einschätzungen aber als sehr realistisch erwiesen.

Sofern sich in einzelnen Studiengängen besorgniserregende Indikatoren für eine Fehleinschätzung des Workload ergeben, kann zusätzlich das Instrument der speziellen Evaluation des studentischen Arbeitsaufwandes zum Einsatz kommen, um genaueren Aufschluss über die tatsächlichen Verhältnisse zu erhalten und gegebenenfalls entsprechend nachzusteuern.

zuletzt geändert: 20.03.2019 15:01