Prüfungsstandards

Ein von allen Beteiligten akzeptiertes und angewandtes Grundverständnis der Art und Weise der Prüfungsabnahme ist ein wesentlicher Qualitätsfaktor. Die Universität Göttingen regelt ihre übergreifenden Prüfungsrichtlinien zu den Bachelor- und Masterstudiengängen sowie ihren sonstigen Studiengängen daher in der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO), die in enger Abstimmung mit den Fakultäten entwickelt wurde. Die jeweiligen Studiengänge betreffend gilt zusätzlich die dem Studiengang zugehörige Prüfungs- und Studienordnung, in der konkretere Details zu den Prüfungs- und Studienmodalitäten geregelt sind. Die Promotionsordnungen der Fakultäten regeln das Promotionsverfahren.

Die Allgemeine Prüfungsordnung (APO) trifft Regelungen zum Aufbau und Abschluss des Studiums sowie zu allen Belangen des Prüfungsverfahrens. Die Prüfungsverfahren werden in den Prüfungsämtern verwaltet und organisiert. Das Prüfungsamt erhält seine Vorgaben durch die von der Fakultät gewählte Prüfungskommission des Studiengangs.

Transparenz für alle an einer Prüfung Beteiligten ist eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Gelingen. Das schließt alle Prüfer*innen sowie auch die zu prüfenden Personen mit ein, beginnt bei der genauen Offenlegung der Prüfungsart und -situation bis hin zur Dauer der Prüfung und der Art und Weise der Benotung. Die Allgemeine Prüfungsordnung (APO)regelt in §15 sowohl die Art der Prüfungsform als auch die Bearbeitungs- und Korrekturzeiträume. In §16 wird die Benotung geregelt.

In der Regel sind die jeweiligen Prüfungsmodalitäten auch in den Modulbeschreibungen der Prüfungs- und Studienordnungen aufgeführt.

Das in der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) (§21 Schutzbestimmungen) verankerte Instrument des Nachteilsausgleichs soll Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Studien- und Prüfungsleistungen, aber auch bei Vorgaben für die Gestaltung und Durchführung des Studiums, chancengleiche Bedingungen ermöglichen. Information und Beratung zur Gestaltung nachteilsausgleichender Maßnahmen erhalten Studierende bei der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen; die Studien- und Prüfungsberater*innen in den Fakultäten informieren über Zuständigkeiten und Abläufe in den einzelnen Studiengängen und unterstützen bei der Umsetzung.

Leitfaden Prüfungspraxis

Seit Dezember 2014 gibt es den Leitfaden Prüfungspraxis, der von Mitarbeiter*innen aus der Abteilung Studium und Lehre (Prüfungsverwaltung (FlexNow) und E-Learning, Ombuds- und Beschwerdewesen, Lehrentwicklung und Ordnungen, Studienberatung, Diversity Management und Hochschuldidaktik) in enger Abstimmung mit Lehrenden und Mitarbeiter*innen aus dem Bereich der Studien- und Prüfungsberatung entwickelt wurde und eine Hilfestellung für Lehrende sein soll, ihre Prüfungen vorzubereiten, durchzuführen, zu bewerten und nachzubereiten und schließlich auch die relevanten Ordnungen im Blick zu behalten. Dieser Leitfaden wurde explizit als optionale Hilfestellung für Lehrende entwickelt. Es ist eine Handreichung, die in regelmäßigen Abständen überarbeitet und neuen Erkenntnissen angepasst wird.

Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis

„Wissenschaftliche Arbeit beruht auf Grundprinzipien, die in allen Ländern und in allen wissenschaftlichen Disziplinen gleich sind. Allen voran steht die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen. Sie ist zugleich ethische Norm und Grundlage der von Disziplin zu Disziplin verschiedenen Regeln wissenschaftlicher Professionalität, das heißt guter wissenschaftlicher Praxis" (Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2013:13).

Der Fokus der Universität Göttingen liegt auf exzellenter Forschung. Bereits während des grundständigen Studiums aber auch darüber hinaus wird sehr viel Wert auf die Ausbildung der wissenschaftlichen Fähigkeiten der Studierenden gelegt. Daher ist es wichtig neben den fachlichen Fähigkeiten auch die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zu vermitteln und vorzuleben.

Die Ordnung der Georg-August-Universität Göttingen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis bildet die Richtlinie zur Erfüllung dieses Anspruchs hinsichtlich des Verhaltens im Wissenschaftsbetrieb, schreibt Verfahren, etwa zum Umgang mit geistigem Eigentum und mit Forschungsdaten vor und spezifiziert das Vorgehen im Falle des Verdachts auf einen Regelverstoß unter Wissenschaftler*innen. Für diese stehen neben Ansprechpartner*innen in den Fakultäten und Graduiertenschulen auch die Leitung der Ombudsstelle für gute wissenschaftliche Praxis, Dr. Katharina Beier, und drei Professor*innen als vom Senat eingesetzte Ombudspersonen zur Verfügung, die verschiedenen Fakultäten angehören. Studierenden steht eine Ombuds-/Vertrauensperson und Beauftragte für Studienqualität in Konflikten und schwierigen Situationen rund um Lehre und Studium zur Verfügung.

Umgang mit Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, z.B. Plagiaten

In der Ombudsstelle für gute wissenschaftliche Praxis werden Meldungen eines Verdachts auf wissenschaftliches Fehlverhalten durch Betroffene beziehungsweise Hinweisgeber*innen angenommen und nähere Informationen über universitätsinterne Ombudsverfahren angeboten, sofern Wissenschaftler*innen der Universität involviert sind. Die Zustimmung der Hinweisgeber*innen vorausgesetzt, kann ein Fall einem Ombudsgremium zur Sachverhaltsaufklärung vorgelegt werden. Sollte sich dabei ein Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten erhärten, wird der Fall an die Untersuchungskommission, die der Universität und der Universitätsmedizin gemeinsam ist, abgegeben und dort geprüft. Alle diese Verfahren sind vertraulich. Erst bei einer abschließenden Entscheidung der Kommission wird die Universitätsleitung eingeschaltet (vgl. Ordnung). Das Ombudsgremium der Universität und die Untersuchungskommission werden von der Ombudsstelle administrativ unterstützt.

In der Ombudsstelle wird in akuten Konfliktfällen ein vertrauliches und individuelles Gespräch geführt oder bei Bedarf eine persönliche Beratung angeboten.

Ansprechpartner zum Thema Plagiatserkennung bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (im Weiteren GWDG) ist Herr Roland Groh. Kontaktdaten und weitere Informationen finden Sie bei Bedarf unter folgendem Link: www.uni-goettingen.de/de/514243.html (PDF; 83,9 KB)

zuletzt geändert: 20.03.2019 11:45