Steuerungsstrukturen und Akteur*innen auf zentraler Seite

Diversität ist als Gegenstand der Strategie, des Profils und als Entwicklungsziel der Universität Göttingen verankert. Fragen von Chancengleichheit und Diversität in Studium und Lehre sind in den Handlungsfeldern der Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit zentral vertreten. Die Senatskommission für Gleichstellung erweiterte Anfang 2016 ihren Tätigkeitsbereich um das Thema Diversität, der von der Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität koordinierte Lenkungsausschuss Diversität berät das Präsidium seit Januar 2014 in diversitätsbezogenen Fragen und hat seit 2016 auch die Funktion des Lenkungskreises für das Diversity Audit übernommen. Die Arbeit des Instituts für Diversitätsforschung bildet die Voraussetzung für die Entwicklung einer forschungsbasierten und –orientierten Diversitätsstrategie.

Aus Mitteln des Bund-Länder-Programms (Qualitätspakt Lehre – Projekt Göttingen Campus QPLUS) wurden diversitätsbezogene Positionen in der Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität (Gender und Diversität in Lehre und Studium), in der Abteilung Studium und Lehre (Diversity Management) sowie in der Philosophischen Fakultät (Studienberatung mit Schwerpunkt Diversity) verankert. Arbeitsschwerpunkte sind bisher unter anderem die Information, Weiterbildung und Sensibilisierung für Diversitätsaspekte in Lehre und Studium, die Beratung und Unterstützung von Studieninteressierten und Studierenden der ersten Ge­neration, barrierefrei studieren und Öffnung der Hochschule.

Die Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität bietet im Feld Studium und Lehre Beratung und Unterstützung für Studierende sowie Consulting von Fakultäten, zentralen Einrichtungen, Gremien sowie Abteilungen und Stabsstellen zu mehreren Aspekten von Chancengleichheit und Diversität:

Im Bereich Vereinbarkeit ist der FamilienService die zentrale Beratungsstelle für Fragen rund um das Thema Vereinbarkeit von Studium mit Sorgeverantwortung. Neben dem virtuellen Informationsangebot, das für studierende Eltern zur Verfügung steht, berät der FamilienService zu rechtlichen Rahmenbedingungen wie Mutterschutz und Elternzeit, zu Kinderbetreuungsangeboten, Finanzierungs- und Vernetzungsmöglichkeiten sowie zu weiteren Anlaufstellen im Stadtgebiet Göttingen. Fakultäten und zentrale Einrichtungen werden im Hinblick auf vereinbarkeitsorientierte Maßnahmen beraten.

Im Bereich Diversität organisiert das Projekt „Gender und Diversität in Lehre und Studium“ im Rahmen des Projekts Göttingen Campus QPLUS Weiterqualifizierungsveranstaltungen in Kooperation mit der Hochschuldidaktik für Lehrende, Beratende und Betreuende, bietet Consulting, entwickelt Handreichungen für eine gender- und diversitätsreflektierende Lehre und konzipiert studierendenorientierte Angebote in Kooperation mit der Zentralen Einrichtung für Lehrerbildung (ZELB, insb. im Zusatzprogramm Lehramt PluS) und der Zentralen Einrichtung für Sprach- und Schlüsselqualifikationen (ZESS) sowie den Fakultäten. Zum Bereich Diversität der Stabsstelle gehört auch die Antidiskriminierungsberatung für Studierende der Universität Göttingen als vertrauliches Unterstützungsangebot für Studierende mit (insb. rassistischen) Diskriminierungserfahrungen. Ziel der Beratung ist es, die Handlungsfähigkeit von Ratsuchenden zu stärken und somit ein gelingendes Studium zu ermöglichen. Ebenfalls an Studierende richtet sich die Unterstützung von trans* Studierenden in der Stabsstelle. Sie bietet Peer-to-Peer Beratung, Unterstützung sowie Sensibilisierung zum Themenfeld geschlechtliche Vielfalt und trans*Sein an der Universität an. Dieses Angebot der Stabsstelle basiert auf dem Grundsatz des Respekts für und der Förderung von Menschen aller (nicht) Geschlechter an der Universität Göttingen.

Im Bereich Gleichstellung fördert der Gleichstellungs-Innovations-Fonds dezentrale Projekte, die unter anderem Studienbedingungen von Frauen im Wissenschaftssystem  ̶ mit einem Schwerpunkt im Bereich der MINT-Fächer  ̶ verbessern und zu einer gleichstellungsorientierten Organisationskultur beitragen.

Die Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität informiert und berät ferner zu den Themen Sexismus und Sicherheit. Sie stellt Sicherheitstipps sowie den Faltplan "Sicherheit auf dem Campus (PDF; 3,5 MB)" zur Verfügung. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität und die dezentralen Gleichstellungbeauftragten bieten Beratung zum Schutz vor sexueller Belästigung und Gewalt für Universitätsmitglieder und -angehörige an.

In der Abteilung Studium und Lehre werden Projekte und Initiativen entwickelt und umgesetzt, die auf die Situation unterschiedlicher Studierendengruppen in verschiedenen Phasen des Studiums zugeschnitten sind:

Als Teil des Projekts Göttingen Campus QPLUS wurde eine Position Diversity Management für die Studieneingangsphase etabliert. In diesem Rahmen soll den unterschiedlichen Studien- und Lebenssituationen von Studieninteressierten und Studierenden durch den Ausbau des Beratungsangebots und der Entwicklung von individuellen als auch strukturellen Maßnahmen Rechnung getragen werden. Ziel ist es, Ansätze für einen bewussten und wertschätzenden Umgang mit der Diversität der Studierenden (weiter) zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Konzeption, Koordination und Umsetzung von Formaten zu den Themen „Öffnung der Hochschule“ und „barrierefrei studieren“.

Zu den Aufgaben der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen gehört die individuelle Beratung und Unterstützung von Studieninteressierten und Studierenden. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit liegt bei der Beratung zur Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen in Bezug auf Studienzulassung, Studiengestaltung sowie Studien- und Prüfungsleistungen; durch Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen sollen individuelle Benachteiligungen abgebaut werden. Institutionelle Effekte der Beratungsarbeit liegen im Erkennen und Benennen von bestehenden Regelungen, die strukturelle Benachteiligungen darstellen. Das Aufgabengebiet umfasst entsprechend die Initiierung von sowie Unterstützung bei strukturellen Änderungen im Hochschulbereich, mit dem Ziel der Realisierung chancengleicher Teilhabebedingungen. Hierzu arbeitet die Beauftragte eng mit Personen und Institutionen innerhalb und außerhalb der Hochschule zusammen.

Die Informations- und Beratungsangebote der Zentralen Studienberatung (ZSb) in der Abteilung Studium und Lehre richten sich an Studieninteressierte, Studierende und Multiplikator*innen. Ziel der Angebote ist die Unterstützung bei Studienentscheidungen zur interessens- und eignungsbezogenen Studienwahl sowie bei der Studienplanung und -organisation, insbesondere bei problematischen oder krisenhaften Studienverläufen. Zentraler Fokus ist dabei die ergebnisoffene Begleitung von Orientierungs- und Entscheidungsprozessen.

Die ZSb berät als allgemeine Studienberatungsstelle zu allen fachübergreifenden Fragen rund um ein Studium. Hierbei werden auch unterschiedliche Diversitäts-Dimensionen zum Gegenstand, wie etwa Geschlecht und Behinderung/chronische Erkrankung. Eine besondere Bedeutung hat in der Arbeit aber der Themenkomplex Bildungsbiographie und soziale Herkunft.

Die ZSb bietet daher im Handlungsfeld „Bildungsgerechtigkeit“ eine Reihe spezifischer Angebote und ist an der Umsetzung des Projekts Brückenschlag+ der Universität Göttingen beteiligt.Hierbei werden Studieninteressierten bewusst niedrigschwellige Zugänge zu Informationen über ein Studium eröffnet. Möglichen institutionellen Hürden für die Aufnahme eines Studiums soll durch eine inklusive Kommunikation zu den Angeboten entgegengewirkt werden. Die Schulangebote und die Arbeit der Studienbotschafter*innen sprechen bewusst mit eigenen Konzepten auch solche Schulen an, die eine hohe Diversität von Bildungs- und sozialen Hintergründen haben.

Als erste Ansprechpartner*in informiert und berät die ZSb zu Fragen zum Hochschulzugang und dem Studium ohne Abitur. Etwa 20% der Anfragen von Studieninteressierten beziehen sich auf dieses Themenfeld. Die ZSb trägt auch die inhaltliche Verantwortung für das „Portal“ zu Hochschulzugangswegen auf den Internetseiten der Universität.

Auch abseits der persönlichen Beratung wird individuellen Bildungsverläufen bewusst Raum gegeben. Mit den Studierwerkstätten wurde ein eigenes Workshop-Angebot für die Zielgruppe „der ersten Generation“ entwickelt.

Darüber hinaus wird der Hochschulzugang durch Prüfung für beruflich Erfahrene für die Universität durch die ZSb koordiniert.

Sowohl Informations- und Beratungsangebote als auch ein strukturiertes Programm sollen Zugangshürden für Geflüchtete beim Übergang ins Studium verringern. Als Erstanlaufstelle für geflüchtete Studieninteressierte ermöglicht die Ansprechpartnerin für Flüchtlinge in der Abteilung Studium und Lehre die niedrigschwellige Kontaktaufnahme in einer offenen Sprechstunde. Darüber hinaus können Geflüchtete ein Beratungsangebot zur individuellen Planung ihrer - unterbrochenen - Bildungslaufbahn in Anspruch nehmen. Ein zielgruppenspezifisches Veranstaltungskonzept gewährleistet den Zugang zu handlungsorientierenden Grundlageninformationen.

Das ergänzende Gasthörenden-Programm bietet geflüchteten Studieninteressierten praktische Erfahrungen im deutschen Studiensystem. Durch den Besuch von realen Lehrveranstaltungen und einem begleitenden Workshop-Programm werden Studienentscheidung und -vorbereitung unterstützt. Dieses Programm, durchgeführt in Zusammenarbeit mit den Fakultäten, der Abteilung für Interkulturelle Germanistik sowie dem International Office und engagierten Studierenden, versucht Inklusion auch durch die Vermittlung von studentischen Begleiter*innen (als Buddy oder Sprachcoach) für die Teilnehmer*innen anzubahnen.

Bedarfsgerechte Angebote, eine lösungsorientierte Konzeption und kultursensible Ansätze wollen Geflüchtete befähigen, ihre Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und Autonomie in der Studienvorbereitung zu stärken.

Mit dem Projekt „Brückenschlag+“ werden Studieninteressierte und Studierende der Georg-August-Universität Göttingen entlang des Student-Life-Cycle unterstützt. Die Angebote greifen vielfältige Bedarfslagen auf und zielen darauf ab, einen Beitrag zur Bildungsteilhabe und Chancengleichheit zu leisten.

Innerhalb des Projekts „Brückenschlag+“ werden in vorangegangenen Projektphasen etablierte Angebote für Studierende der ersten Generation aufgegriffen, erweitert und ergänzt: Angebote zur Studienorientierung (Workshops für Studieninteressierte, Virtuelle Studienorientierung, Schul- und Elternarbeit), im Studienverlauf (Mentoring in der Studieneinstiegsphase, Stipendien- und Förderberatung) und im Übergang vom Studium in den Beruf (Vortragsreihe „Alumni 4 Students“, Betriebsexkursionen) werden projektunabhängig fortgeführt.

Im Zuge der Entwicklung von flexiblen Blended-Learning-Angeboten zu Themen wie „Lernstrategien“ oder „Wegen ins Studium für Geflüchtete“ wird der Fokus insgesamt auf weitere Zielgruppen (z.B. Studierende mit nicht-traditionellen Hochschulzugangsberechtigungen, -mit Elternschaft/Pflegeverantwortung, Behinderung/Erkrankung, Geflüchtete, internationale Studierende) geweitet. So wird auch das Mentoringprogramm zum Berufseinstieg im Lichte dieser Fokuserweiterung gestärkt, um den Übergang vom Studium in den Beruf noch gezielter zu unterstützen.

Ein umfassender Bericht zur externen Evaluation des Projekts durch die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) liegt vor und stellt u.a. fest, dass durch das Projekt insgesamt eine stärkere Sichtbarkeit des Themas „Bildungsaufstieg“ im universitätsinternen Diskurs auf verschiedenen Handlungs- und Entscheidungsebenen erreicht werden.“ Für den Bereich der Ansprache von Studieninteressierten und deren Unterstützung bei der Studienorientierung hebt der Bericht insbesondere die gelungene Überführung der Schul- und Elternarbeit in die Regelaufgaben der Zentralen Studienberatung hervor.

Das Projekt „Brückenschlag+“ wird derzeit bis zum 31.12.2020 im Rahmen der Förderlinie „Wege ins Studium öffnen – Chancengleichheit bei der Studienaufnahme erhöhen“ durch das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

Für die Umsetzung des Mutterschutzes von schwangeren Studierenden hat die Universität Göttingen mit Inkrafttreten der Regelungen des novellierten Mutterschutzgesetzes gemeinsam mit allen beteiligten Akteur*innen klare Prozessabläufe geschaffen. Zugleich wurde ein Informationsblatt (PDF; 87,3 KB) erarbeitet, welches schwangere Studierende über die Schritte des Prozessablaufs sowie Beratungs- und Kontaktstellen informiert. Zur Meldung wenden sich Schwangere oder stillende Studierende an mutterschutz(at)uni-göttingen.de oder persönlich an das Servicebüro Studienzentrale. Von hier aus wird der formale Prozessablauf koordiniert. Jede Fakultät hat Ansprechpersonen für schwangere oder stillende Studierende benannt, die den Prozess der gemeinsamen Erstellung von individuellen Gefährdungsbeurteilungen betreuen. Weitere Informationen und Beratung erhalten Studierende beim Bereich Vereinbarkeit und im Familienservice der Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität sowie bei der Stabsstelle Betriebsärztlicher Dienst.

Für Studierende, die während des Studiums Krisenerfahrungen machen und psychische Schwierigkeiten erfahren, bieten die Psychotherapeutische Ambulanz der Universität für Studierende (PAS) sowie die Psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerks (PSB) Beratung und Unterstützung. Mit dem semesterbegleitenden Gruppenangebot HOpeS („Hilfe und Orientierung für psychisch erkrankte Studierende“ richtet sich die PSB zudem explizit an Studierende, die nach einer schweren psychischen Krise (evtl. verbunden mit einer stationären oder teilstationären Behandlung) praktische, studienbezogene Hilfen zur Bewältigung des Studiums benötigen.

Zusätzlich finden sich auf dezentraler Ebene weitere Angebote der Fakultäten, zum Beispiel die Studienberatung mit Schwerpunkt Diversity oder die Mentoringangebote an der Philosophischen Fakultät wie das studentische Mentoring oder das moveMento.

zuletzt geändert: 20.03.2019 09:18