Systemakkreditierung/Interne Akkreditierung

Das Präsidium der Universität Göttingen hat im Herbst 2017 die Umstellung von der Programm- auf die Systemakkreditierung beschlossen und so die Weichen hin zu mehr universitärer Autonomie in der Qualitätssicherung der Studienangebote gestellt.

Im Gegensatz zur Programmakkreditierung, wo der einzelne Studiengang bzw. ein Studiengangscluster auf die Erfüllung von Mindeststandards hin überprüft werden, ist das hochschulinterne Steuerungs- und Qualitätsmanagement in Studium und Lehre Gegenstand der Systemakkreditierung. Die Systemakkreditierung wird von der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) betreut und noch nach dem bis Ende 2017 für Studiengangsakkreditierung geltenden Verfahrensrecht durchgeführt.

Seit WiSe 2017/18 erfolgen an der Universität zahlreiche konzeptionelle, inhaltliche und praktische Vorbereitungen. Zur Prozessbegleitung und -steuerung wurde durch die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit eine Arbeitsgruppe eingesetzt, der Studiendekane, Vertreter*innen der zKLS und des Senats, Studierende, Mitarbeiter*innen der Fakultätsverwaltungen, der Studiendekanate sowie der Abteilung Studium und Lehre und der Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität angehören. Sie beschäftigen sich mit dem Design des QM-Systems bzw. des Prozesses der internen Akkreditierung im Allgemeinen ebenso wie mit begleitenden Konzeptionen und Maßnahmen.

Im Jahr 2018 wurden zunächst vorwiegend Vorschläge für universitätsweit verbindliche Akkreditierungskriterien, an denen die Universität ihre Studiengänge messen möchte, in den Gremien der Fakultäten und der Universität diskutiert. Der Senat hat diese internen Akkreditierungskriterien im Januar 2019 beschlossen. Gemeinsam mit dem Leitbild für das Lehren und Lernen liegen damit nunmehr wesentliche materielle Voraussetzungen für das Gelingen der Systemakkreditierung vor.

Das geplante QM-System soll – entsprechend den traditionell ‚starken‘ Fakultäten – in besonderer Weise dezentral geprägt sein und sich auf die besonderen Stärken und Traditionen der Universität stützen. Die Bewertung der Studiengänge soll in regelmäßigen Qualitätsrunden erfolgen, welche allen Stakeholdern ermöglichen, über den Studiengang, seine Qualität und seine Entwicklungsperspektiven ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Herausforderungen zu bearbeiten. Auch die Einbindung externer Expertise (Gutachter*innen) wird dezidiert im Rahmen dieser dezentral organisierten Formate erfolgen, wo sie im direkten Kontakt mit den Studiengangsbeteiligten am besten wirken kann.

Die Fakultäten (sowie das Studiendekanat Lehrerbildung für seinen Bereich) haben im zweiten Halbjahr 2018 jeweils individuelle Konzeptionen zur Ausgestaltung dieser dezentralen QM-Systeme entwickelt. In der Philosophischen Fakultät wurde am Beispiel des Bachelor-Studiengangs „Antike Kulturen“ – einer der systematisch und in puncto Verflechtung beteiligter Einrichtungen kompliziertesten Studiengänge der Universität – ein Pilotverfahren durchgeführt.

Entscheidungen über die interne Akkreditierung sollen alle 6-8 Jahre auf Basis einer zentralen Bewertung erfolgen, die durch eine Bewertungskommission aus Universitätsmitgliedern (fachfremd zum bewerteten Studiengang; Hochschullehrer*innenparität) auf Basis der Ergebnisse der Qualitätsrunden, aus ihnen abgeleiteten Maßnahmen sowie der aktuellen Studiengangsordnungen vorgenommen wird. Unterdessen berichten die Fakultäten in ihren jährlichen Strategiegesprächen mit der Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit über die Ergebnisse ihrer Qualitätsrunden.

Insgesamt sind die genannten Komponenten als zukunftsorientiertes „lernendes System“ konstruiert und ermöglichen einen kontinuierlichen Anpassungs- und Verbesserungsprozess.

In Vorbereitung und für eine effiziente Umsetzung des QM-Systems sind auch ein standarisiertes Datenset sowie ein Dokumentenmanagementsystem. Ziel ist zum einen ein zentral vorgehaltenes, einheitliches Datenset für alle Fakultäten und Studiengänge, das regelmäßig automatisch generiert wird, über die wesentlichen Kennzahlen eines Studiengangs Aufschluss gibt, Stärken und Schwächen erkenntlich macht und zur Diskussion bzw. genaueren Analyse anregt. Das Datenset ist in seiner Ausgestaltung bereits weit fortgeschritten und befindet sich in der inhaltlichen Abstimmung mit den Fakultäten und künftigen Nutzer*innen. Das Dokumentenmanagement wird zugeschnitten auf die universtitätsspezifischen Anforderungen des QM-Systems geplant und wird voraussichtlich ab 2020 zur Unterstützung dezentraler und zentraler Verfahren nutzbar sein.

Derzeit stehen ferner die Prozessbeschreibung und -planung des dezentralen und zentralen Qualitätsmanagementsystems im Mittelpunkt der Agenda. Im Ergebnis sollen den Gremien der Universität die Funktionsweise beider Ebenen (inklusive fakultätsspezifischer Ausgestaltungen) sowie clusterspezifische Planungen zur Durchführung von Qualitätsrunden und zentralen Bewertungen zunächst bis einschließlich 2026 vorgelegt werden. Einzelne Fakultäten haben bereits im Herbst 2018 mit der Durchführung von Qualitätsrunden begonnen, andere tun dies im Sommersemester 2019. Eine Umsetzung in der ganzen Breite der Universität (einschließlich UMG für ihre Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge) soll im Sommersemester 2020 erreicht sein.

Das Systemakkreditierungsverfahren selbst sieht zwei Begehungen durch eine externe Gutachtergruppe vor. Die erste Vor-Ort-Begehung ist für Herbst 2019 geplant, die zweite für Sommer 2020. Im Erfolgsfall wird die Universität Göttingen im Wintersemester 2020/21 für zunächst sechs Jahre berechtigt sein, das Siegel des Akkreditierungsrates zur Akkreditierung ihrer Studiengänge auf Basis des beschriebenen QM-Systems selbst zu verleihen.

zuletzt geändert: 25.03.2019 08:57