Studienorganisation

Angesichts eines sehr ausdifferenzierten Studienangebots mit zum Teil umfangreichen Lehrverflechtungen hat die Organisation eines möglichst überschneidungsarmen Studiums eine besondere Bedeutung, um der Verpflichtung zur Bereitstellung von Studienverläufen, die innerhalb der Regelstudienzeit studierbar sind, nachkommen zu können. Diese Aufgabe gestaltet sich bei den Monofach-Studiengängen als eher unproblematisch, da sich hier die Lehrplanung durch die verantwortlichen Fakultäten von vornherein auf vergleichsweise vorhersehbare curriculare Verläufe einstellen kann. Deutlich komplexer stellt sich die Problematik in denjenigen Master-Studiengängen dar, in denen die Möglichkeit einer Kombination verschiedener Modulpakete besteht. Besonders im Fokus der Bemühungen um ein überscheidungsarmes Angebot steht natürlich der Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengang, in dem theoretisch weit über 1.000 Fächerkombinationen gewählt werden können. Hier gibt es ähnlich wie in den Monofach-Studiengängen im Voraus abgestimmte Studienverlaufspläne für die jeweils wichtigsten Fächerkombinationen. Von den tatsächlich möglichen Kombinationen werden insgesamt immerhin zwischen 400 und 500 tatsächlich wahrgenommen. Darüber hinaus finden sich nur in circa 30 dieser Kombinationen zehn Studierende oder mehr in derselben Kohorte. Diese – durchaus gewünschte – hohe Variation und Individualität in der Wahl der Fächerkombinationen führt dazu, dass a-priori-Planungen zur Abstimmung aller denkbaren Studienverläufe in diesen Kombinationen nicht realisierbar und vom Aufwand her auch nicht sinnvoll erscheinen. Um den betroffenen Studierenden dennoch Studienverläufe innerhalb der Regelstudienzeit zu ermöglichen, hat die Philosophische Fakultät als federführende Fakultät für den Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengang erfolgreich ein Konzept für ein überschneidungsarmes Studium von Fächerkombinationen implementiert, dessen Elemente neben dem Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengang auch den Master-Studiengängen mit Modulpaket-Kombinationen zugutekommen.

Das Konzept umfasst zum einen verschiedene Maßnahmen der Stundenplanung und Studienorganisation, wie Absprachen von einheitlichen Zeitfenstern, Traditionalisierung der zeitlichen Lage von Pflichtveranstaltungen und die zeitliche Dopplung von Modulen. Ergänzend erfolgte eine Flexibilisierung der Ordnungen in dem Sinne, dass Lehrveranstaltungen polyvalent verwendbar sind, dass möglichst wenige konsekutive Modulfolgen festgelegt werden und dass zum Zweck einer besseren Planbarkeit Angaben zu Semesterlage und Angebotshäufigkeit in den Modulbeschreibungen obligatorisch enthalten sein müssen. Auf der technischen Ebene wird die Möglichkeit der individuellen Stundenplanerstellung im Portal „Universitätsverzeichnisse“ zur Verfügung gestellt und die erforderliche Hörsaalausstattung zur Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen vorgehalten.

Das Beratungsangebot für die Studierenden wurde erweitert, so dass Studierende bereits in der Orientierungsphase zu Beginn des Studiums detaillierte Auskünfte über Aufbau und Organisation des Studiums sowie in einem Leitfaden Hinweise zu einer sachgerechten Herangehensweise bei der Erstellung ihrer individuellen Stundenpläne erhalten. Ergänzend bekommen die Studierenden alle relevanten Informationen in einer Informationsmappe. Für die Zukunf t ist auch geplant, den Studieneinstieg durch das Angebot von Videotutorien zu erleichtern. Ein besonderes wichtiges Element des Konzeptes ist die unterstützende Tätigkeit der Studiengangskoordinator*innen des Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengangs. Sie überprüfen vor Semesterbeginn die zeitliche Lage der Veranstaltungen der wichtigsten Fächerkombinationen, weisen bereits im Vorfeld auf drohende Kollisionen hin und koordinieren entsprechende Änderungen. Darüber hinaus werden die Studierenden gebeten, jedwede zeitlichen Kollisionen über ein im Internet abrufbares Formular an die Koordinator*innen zu melden, die dann durch intensive Zusammenarbeit mit den Studiengangsbeauftragten beziehungsweise den Fachstudienberater*innen sowie den Lehrenden nach individuellen Lösungsmöglichkeiten suchen. Die Überschneidungsmeldungen tragen somit zum einen zu einer nachträglichen Modifikation und zum anderen zur langfristigen Optimierung der Stundenplanungen bei. Den Studierenden des Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengangs im lehramtbezogenen Profil mit einem Teilfach in den Naturwissenschaften – Chemie, Physik oder Mathematik – werden gesonderte Planungen von Studienverläufen angeboten, die die ganztägigen Praktika mit berücksichtigen.

Die Umsetzung des Konzepts hat zu einer deutlichen Reduktion der Meldungen zu Überschneidungsproblemen geführt, was darauf hindeutet, dass die Maßnahmen tragfähig sind und den Studierenden in der Regel studierbare Modulabfolgen zur Verfügung gestellt werden können.

Um Studierende in besonderen Lebenslagen und bei der Vereinbarkeit von Studium und Sorgeverantwortung zu unterstützen, gibt es am Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) ein „Vorwahl-Tool (PDF; 2,7 MB)“, das bei der Buchung von Kursen im Anmeldesystem Stud.IP eine faire und regelbasierte Vergabe von Veranstaltungsplätzen (PDF; 3,1 MB) ermöglicht.

zuletzt geändert: 20.03.2019 15:08