Informations- und Beratungsverständnis an der Universität Göttingen

Ziele der Informations- und Beratungsangebote

Die Informations- und Beratungsangebote der Universität knüpfen an den Ressourcen von Studieninteressierten sowie Studierenden an und fördern so deren Entscheidungs- und Handlungskompetenz sowie (Studien-)Motivation und Selbstorganisation. Das Gesamtangebot orientiert sich an den Phasen des „Student-Life-Cycle“. Durch studienvorbereitende Angebote sollen Studierende in die Lage versetzt werden, ihre Motivation und Eignung im Hinblick auf ihr Wunschfach zu überprüfen. Die Studienzufriedenheit wird mit vielfältigen Unterstützungsangeboten bei Studienentscheidung, Studienplanung und -organisation erhöht, um damit Studienfachwechsel und Studienabbrüchen vorzubeugen. Studierende werden so auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Studienabschluss unterstützt.

Verzahnung der unterschiedlichen Informations- und Beratungsangebote

In der Unterstützungslandschaft für Studierende an der Georg-August-Universität Göttingen greift ein breites Angebot von Informationsvermittlung und Beratungsangeboten ineinander. Dieses weist aufgrund unterschiedlicher Entwicklungsgeschichten und Rahmenbedingungen der beteiligten Institutionen hinsichtlich der Angebotsformen eine große Vielfalt auf. Gerade aufgrund dieser Vielfalt kann den unterschiedlichen Bedürfnissen der Studierenden durch eine enge Verzahnung der verschiedenen Angebote bestmöglich entsprochen werden.

Eine zielgruppenorientierte Ankündigung der Angebote über digitale und analoge Wege sowie eine gute Erreichbarkeit aller Angebote sowohl auf Universitäts- als auch auf Fakultätsebene sichern einen niedrigschwelligen und passgenauen Zugang der Studierenden und Studieninteressierten zu den Unterstützungsangeboten. Das gesamte Angebot aller zentralen und dezentralen Informations- und Beratungsstellen der Universität und wichtiger außeruniversitärer Einrichtungen ist auf den Webseiten der Universität Göttingen dargestellt.

Erste Kontakt- und Anlaufstellen der Universität für Studieninteressierte und Studierende sind das Servicebüro Studienzentrale und die Zentrale Studienberatung.

Die enge Kooperation und der fachliche Austausch aller Beratungs- und Informationsstellen sorgen für eine fortlaufende, bedarfsgeleitete Weiterentwicklung bestehender Angebote und deren Qualitätssicherung. Dies geschieht außer in den universitätsweiten und fakultären Gremien und Arbeitsgruppen vor allem in den übergreifend organisierten Netzwerktreffen der Studiendekanatsreferent*innen, der Studienberater*innen und der Prüfungsberater*innen, im Netzwerk der Prüfungsamtsverantwortlichen, im Netzwerk Studienabschluss und in den Arbeitsgruppen des Projektes Göttingen CampusQPLUS.

Gute Zusammenarbeit aller Informations- und Beratungsstellen besteht mit der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) des Studentenwerks Göttingen. Zudem bestehen Kooperationen mit der Sozialberatung und dem Amt des Bundesausbildungsförderungsgesetzes des Studentenwerks sowie insbesondere auch mit den Anlaufstellen des Allgemeinen Studierenden Ausschusses. Auch mit externen Institutionen wie zum Beispiel der Agentur für Arbeit und der Volkshochschule Göttingen findet ein regelmäßiger Austausch statt.

Angebotsformen

Ein breites Spektrum von Angebotsformaten sichert bedarfs- und zielgruppengerechte Antworten. Die Angebote unterscheiden sich dabei hinsichtlich ihrer zeitlichen wie inhaltlichen Intensität und reichen von kurzen Informationskontakten bis zu längeren begleitenden Coaching-Angeboten.

Insbesondere bei der individuellen und terminierten Studienberatung geht die Interaktion zwischen Ratsuchenden und Berater*in über eine reine Informationsvermittlung hinaus. Die Studienberatung wird als psychologisch/pädagogische Interaktion begriffen (siehe vergleichend 2. Frankfurter Erklärung zur Beratung 2012, www.forum-beratung-dgvt.de) und setzt eine professionalisierte Beratungskompetenz voraus. Sie umfasst eine subjektiv relevante Reflexion von Sachverhalten, die eine begründete Entscheidung des Ratsuchenden ermöglicht (siehe Qualitätsmerkmale guter Beratung“, Nationales Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung, Berlin/Heidelberg 2011).

Die Ansätze von Informationsvermittlung und Studienberatung greifen ineinander und sichern je nach Anliegen der verschiedenen Zielgruppen eine bedarfsgerechte Klärung (siehe Just-Nietfeld, J./Nickels, B., „Basics der Allgemeinen Studienberatung“, in: ZBS 1/2006, S. 2–9).

Studieninteressierte werden im Sinne einer Fundierung und Nachhaltigkeit ihrer Studienentscheidungen unterstützt. Studierende erhalten Unterstützung in allen Phasen des Studiums mit dem besonderen Ziel, ihnen zu gelingenden Studienverläufen zu verhelfen, aber sie auch in problematischen oder krisenhaften Studiensituationen zu unterstützen. Die Angebote sind ressourcen- und lösungsorientiert, so dass Mitarbeiter*innen die Studierenden bei der Problembewältigung unterstützen und deren Potential zur Selbstlenkung gestärkt wird. Gleichzeitig sind die Angebote personenorientiert und damit ergebnisoffen. Die Teilnahme ist freiwillig und kann anonym erfolgen. Inhalte werden vertraulich behandelt. Dort, wo Beratung obligatorisch ist, etwa durch die Studienordnung vor einem letzten Klausurversuch bestimmt, dient sie zur Verdeutlichung der Studiensituation und bietet Unterstützung zur Entwicklung von Handlungsoptionen.

Qualitätssicherung

Die in den Informations- und Beratungsangeboten gewonnenen Rückmeldungen und Erkenntnisse werden genutzt für die weitere Ausgestaltung der Studiengänge und die Studienorganisation sowie für kontinuierliche Verbesserungen der Angebote im Bereich Studium und Lehre. Dies geschieht über eine enge, fachliche Vernetzung der Beteiligten, etwa regelmäßige Jour Fixes, anonymisierte Fallbesprechungen, Gesprächsrunden mit Studierenden und engen Kontakten zu Fachschaften sowie Evaluationen der Angebote.

Supervision und Fortbildung sind notwendige Instrumente der Qualitätssicherung der Studienberatung. Sie werden für alle Berater*innen im Rahmen der Professionalisierung der Studiendekanate beziehungsweise bei der Zentralen Koordinierungsstelle für Studieninformation und -beratung in Niedersachsen (kfsn) angeboten. Die Universität hat für die Mitarbeiter*innen der Studiendekanate zudem ein eigenes Qualifizierungscurriculum erarbeitet.

zuletzt geändert: 12.04.2019 09:16